Was Camping wirklich kostet – und wo es sich nach Abzocke anfühlt
Steigende Platzpreise, Mindestaufenthalte, Extragebühren für Strom und Duschen: ein ehrlicher Blick auf die Kosten von Campingplätzen, Stellplätzen, Fahrzeugen und Zubehör.
Kaum ein Thema löst in unserer Community so viele Kommentare aus wie die Preise. Seit Corona sind Wohnmobile, Zubehör und Campingplätze deutlich teurer geworden – und manches davon fühlt sich nach Abzocke an. Nicht alles ist es.
Campingplätze: warum es teurer wurde
Die Nachfrage ist stark gestiegen, das Angebot kaum. Gleichzeitig sind Energie, Personal und Investitionen teurer geworden. Dass Preise steigen, ist also erst einmal nachvollziehbar. Was viele ärgert, sind eher die Begleiterscheinungen:
- Mindestaufenthalte: In der Saison verlangen manche Plätze vier, sieben oder mehr Nächte. Für ein spontanes Wochenende ist das ein Problem.
- Extras, die früher inklusive waren: Strom nach Verbrauch, Duschmarken, Gebühren für Hunde, Reservierung, Kurtaxe, Müll.
- Komfortplätze: „Premium“ steht drauf, drin ist manchmal nur ein TV-Anschluss und ein etwas größerer Stellplatz.
- Spontanität ist weg: In beliebten Regionen musst du in der Hauptsaison buchen wie bei einer Pauschalreise.
Die Grenze von 100 Euro pro Nacht ist auf manchen Plätzen im Sommer längst überschritten – mit Familie, Strom und Hund.
Stellplätze: oft die günstigere Alternative
Wohnmobilstellplätze sind meist deutlich günstiger und unkomplizierter als Campingplätze, dafür einfacher ausgestattet. Wie viel ein Stellplatz in Deutschland wirklich kostet und ab wann es zu teuer wird, habe ich im Video oben durchgerechnet. Eine weitere schöne Alternative sind Bauernhöfe und private Plätze, etwa über Plattformen wie Hinterland.
Fahrzeuge und Händler
Auch bei den Fahrzeugen hat sich viel getan. Typische Ärgernisse der letzten Jahre:
- Lange Lieferzeiten und nachträgliche Preiserhöhungen bei bestellten Fahrzeugen.
- Händlerpakete und Zubehör, das beim Kauf „mitverkauft“ wird – oft teurer als im Handel und schwer.
- Gewicht, das im Prospekt besser aussieht als in der Realität. Mehr dazu in Wohnmobil und 3,5 Tonnen.
Die gute Nachricht: Der Markt hat sich normalisiert. Fahrzeuge sind wieder verfügbar, Händler verhandeln wieder, und die Branche hört inzwischen genauer zu, was Kunden wollen.
Mein Fazit
Camping ist teurer geworden, aber nicht jede Preiserhöhung ist Abzocke. Wer vergleicht, die Nebensaison nutzt und nicht jede Option mitbucht, campt weiterhin günstiger als in den meisten Hotels. Und für den Ärger zwischendurch gibt es die Kommentare unter den Videos.